25. April 2024

Vortragsreihe

Die Landesfachstelle (LaFaSt) hat als einen wichtigen Baustein des Wissenschafts-Praxis-Transfers eine Vortragsreihe zu verschiedenen Themen um die Flüchtlingssozialarbeit konzipiert, die sich an Fachkräfte der FSA/MSA freier und öffentlicher Träger, an Kommunale Integrations-, Bildungs-, Ehrenamts-Koordinator*innen, Studierende und Dozierende der Sozialen Arbeit sowie an alle anderen Interessierten richtet. Die Vortragsreihe greift zum einen aktuelle Debatten in der Flucht- und Migrationssozialarbeit in Sachsen und anderen Bundesländern auf. Zum anderen sollen flucht- und migrationsbezogene methodische Ansätze aus angrenzenden Feldern Sozialer Arbeit Impulse für Kooperationen geben. 


Zwischen den Stühlen?

Konturen einer menschenrechtsorientierten
Sozialen Arbeit im Kontext Flucht, Migration und Asyl

Diese Vortragsreihe ist beendet.


Vortrag 1/6

13.04.2023

Mit menschenrechtsorientierter Gemeinwesenarbeit gegen Demokratiegefährdung und extrem rechte Orientierungen

von Dr. Friedemann Bringt, Fachreferent Qualitäts- und Berufsfeldentwicklung im Bundesverband Mobile Beratung e.V.


Zivilgesellschaften sind nicht unbedingt progressiv, demokratisch und gemeinwohlorientiert. Sie können reaktionär, antidemokratisch und aggressiv eigenwohlorientiert sein. Ausgehend von den Ergebnissen seiner Untersuchung beschreibt Dr. Friedemann Bringt Gelingensbedingungen für sozialräumliche Veränderungsprozesse zu mehr demokratischer Alltagskultur und entwickelt Vorschläge für die konzeptionelle Weiterentwicklung von Gemeinwesenarbeit (GWA) in diesem Kontext.

Dr. Friedemann Bringt
Screenshots: LaFaSt

Vortrag 2/6

11.05.2023

Unabhängige Beschwerdestellen für Geflüchtete – Aufbau, Struktur und Praxis

von Monique Kaulertz, UBIF Bochum (Unabhängige Beschwerde und Informationsstelle Flucht)


In Sozialberatungsstellen, bei Anwälten oder in ehrenamtlichen Strukturen werden von geflüchteten Menschen zahlreiche Beschwerdethemen angesprochen, seien es Probleme in einer Unterkunft, Stress mit Behörden oder Diskriminierung bei der Gesundheitsversorgung. Doch wer soll dies alles bearbeiten? Dafür kommen unabhängige Beschwerdestellen in Betracht, von denen es in Deutschland bisher leider nur wenige gibt. Im Vortrag geht es deshalb um die Frage, wie Beschwerdestrukturen geschaffen werden können, wie sie aufgebaut sein sollten und wie die Praxis des Umgangs mit Beschwerden aussehen kann. Diese und weitere Fragen werden am Beispiel eines Pilotprojekts praxisnah diskutiert.

Monique Kaulertz
Screenshots: LaFaSt

Vortrag 3/6

15.06.2023

Arbeitsbeziehungen von Sozialarbeitenden bzw. freiwillig Engagierten im Handlungsfeld Migration

von Dr. Jens Vogler, Hochschule Fulda


Soziale Arbeit und freiwilliges Engagement sind nicht erst seit der Fluchtmigration 2015/2016 in komplexer Weise miteinander verbunden. Anhand einer empirischen Untersuchung wird sich im Vortrag mit Arbeitsbeziehungen zwischen Sozialarbeiter*innen bzw. freiwillig Engagierten und den von ihnen im Handlungsfeld Migration adressierten Menschen auseinandergesetzt. Es wird dargestellt wie die Praxis gestaltet wird und welche Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten es gibt.

Dr. Jens Vogler
Screenshots: LaFaSt

Vortrag 4/6

31.08.2023

Das Erfahrungswissen von früh Zugewanderten als Potenzialfür und Herausforderungen bei der Integration neu Zugewanderter

von Tatevik Mamajanyan, Hochschule Fulda


In der Sozialen Arbeit wird das Potenzial von Migrantinnen aus früheren Migrationsphasen als Lotsen, Sprach und Kulturvermittlerinnen etc. für neu Zugewanderte gesehen. Ziel ist es, strukturelle Herausforderungen zu bewältigen und den Umgang mit dem „Fremdsein“ zu unterstützen. Sowohl Autochthonen als auch alteingesessene, etablierte Migrantinnen empfinden die als Geflüchtete Zugewanderten in den Jahren 2015/2016 als „fremd“.

Rassismus und Vorbehalte von alteingesessenen Migrantinnen gegenüber Geflüchteten widersprechen jedoch der Lotsenidee der Sozialen Arbeit. Tatevik Mamajanyans Studie konfrontierte frühere Zugewanderte (aus den 1990er Jahren) mit den Erfahrungen der Zugewanderten (aus 2015/2016), um Raum für Reflexion und den Austausch über alltäglichen Rassismus zu bieten. Gleichzeitig wurde das Erfahrungswissen der Alteingesessenen für die Integration der Neuzugewanderten zugänglich gemacht.

Tatevik Mamajanyan
Screenshots: LaFaSt

Vortrag 5/6

21.09.2023

Migrationssozialarbeit in Cottbus/Chóśebuz

von Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Integration in der Stadtverwaltung Cottbus


In Brandenburg wird FSA als Migrationssozialarbeit gefasst, ist gesetzlich im Landesaufnahmegesetz geregelt und wird subsidiär umgesetzt. In Cottbus hat das Sachgebiet Bildung und Integration seit 2018 ein integriertes Modell mit einer umfangreichen Zuständigkeit der MSA sowie einer starken sozialräumlichen Orientierung (z.B. Quartiersläufer*innen, schulischer MSA & Kulturmittlung) entwickelt und implementiert. 2020/21 wurde eine Wirkungsanalyse durchgeführt. Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann gibt Einblicke in deren Ergebnisse und die aktuellen Entwicklungen in Cottbus.

Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann
Screenshots: LaFaSt

Vortrag 6/6

26.10.2023

Why should we consider refugees’ acculturation processes in social work?

The example of Syrian refugees in Germany

von Dr. Ahmad AL Ajlan, Post-doctoral researcher, Institute for Interdisciplinary Conflict and Violence Research, Bielefeld University, Germany.


In diesem Vortrag wird Dr. Ahmad AL Ajlan die Bedeutung von Akkulturation und die grundlegenden Faktoren erläutern, die die Akkulturation von Migrantinnen und Geflüchteten beeinflussen. Darüber hinaus wird er einige bekannte Akkulturationsmodelle und die Hauptunterschiede zwischen ihnen erläutern. Darüber hinaus wird er aufzeigen, welche Erkenntnisse Sozialarbeitende aus der Akkulturation von syrischen Geflüchteten in Deutschland für ihre Arbeit mit Zwangsmigrantinnen ableiten können.

Dr. Ahmad AL Ajlan
Screenshots: LaFaSt