25. April 2024

Flüchtlingssozialarbeit in Niedersachsen –  Refugium Wesermarsch e.V.

Ein Beispiel für eine ländliche Region in Niedersachsen

von Sivalingam Sireetharan, Migrationsberatung in Brake (Niedersachsen) für Refugium Wesermarsch e.V.
und Zeliha Aykanat, Migrationsberatung in Brake (Niedersachsen) für Refugium Wesermarsch e.V.


1. Die Entwicklung

In den frühen 1980er Jahren wurden zum ersten Mal vermehrt geflüchtete Menschen nach Brake, einer Kleinstadt in der niedersächsischen Region Wesermarsch, zugewiesen. Diese überwiegend jungen Männer flohen vor Bürgerkriegen aus ihrer Heimat, den Libanon oder Sri Lanka. Zu dieser Zeit gab es im Landkreis Wesermarsch weder eine zentrale Unterbringung noch Beratungsstellen für Geflüchtete. Damals bot die Volkshochschule (VHS) in Brake „Deutschkurse für Ausländer“ an. Die Lehrerin des Deutschkurses und eine Engagierte des Landkreises schufen erstmalig eine „Willkommenskultur“ für Asylsuchende und dazugehörige niederschwellige Strukturen für den Landkreis. Bis dato hatte der Begriff „Integration“ keine Relevanz für die Arbeit mit Migrant*innen. Auf Seiten der Politik musste erst ein Verständnis für die Notwendigkeit von Integration von Asylsuchenden geschaffen werden, Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache mussten entwickelt und angeboten werden sowie eine Arbeitsmarktintegration, kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe umgesetzt werden.

Im Jahr 1984 fanden sich, nach Initiativen der beiden engagierten Frauen, Mitbürgerinnen und Mitbürger zusammen, um sich im „Arbeitskreis Asyl“ für die Belange von Flüchtlingen einzusetzen, die im Landkreis Wesermarsch lebten.  Dieser „lose Zusammenschluss“ mit Vertreter*innen der Stadt Brake, des Landkreises Wesermarsch, der Kirchengemeinden, Polizei und der Wohnbaugesellschaft und Flüchtlingsvertreter*innen erarbeitete Angebote für im Landkreis zugewanderte Geflüchtete[1].

Die Städte und Gemeinden hatten Schwierigkeiten Wohnungen für die Flüchtlinge einzurichten. Ebenso hatten junge Asylsuchende keine rechtlichen Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen oder zu arbeiten. Daraus entstand die Idee, Asylsuchende sinnvoll im gemeinnützigen Bereich zu beschäftigen. Der Arbeitskreis organisierte „Hand in Hand“ mit Flüchtlingen Möbelspenden und richteten Wohnungen ein[2]. Im Laufe der Zeit (1987) hat der „Arbeitskreis Asyl“ eigene Räumlichkeiten vom „Braker Wohnbau“ kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Die Stadt Brake übernahm die Miet- und Nebenkosten für die Einrichtung. Neben eines Gebrauchtmöbeldienstes mit und für die Flüchtlinge wurden dort ein „Näh-Treff für Flüchtlingsfrauen“, niedrigschwellige Deutschkurse, Gesprächskreise und ein allgemeines Bratungsbüro für Alltagsfragen angeboten. Der „Arbeitskreis Asyl“ hatte keine Möglichkeit als „juristische Person“ Vereinbarungen und Verträge mit anderen Einrichtungen abzuschließen oder Spenden und Zuschüsse in Empfang zu nehmen.

Im Jahr 1989 gründete sich aus dem „Arbeitskreis Asyl“ heraus der gemeinnützige Verein „Refugium Wesermarsch e.V.“ mit Hauptsitz in Brake. Nach der Vereinsgründung hat der Verein Verträge für die Flüchtlingsbetreuung mit der Stadt Brake und mit dem Landkreis Wesermarsch geschlossen und erhielt Finanzmittel für die Arbeit des Vereins. Zusätzlich wurde eine Flüchtlingsbetreuer*innenstelle von der Stadt Brake und vom damaligen „Arbeitsamt“ finanziert.

Die damalige Rot-Grüne Landesregierung in Niedersachsen hatte im Jahr 1991 das Refugium als Träger für das Modellprojekt „Flüchtlingssozialarbeit in Niedersachsen“ anerkannt und dem Verein Mittel für die Flüchtlingssozialarbeit im Landkreis Wesermarsch gewährt. Aus dem Modellprojekt „Flüchtlingssozialarbeit in Niedersachsen“ entstand ab dem Jahr 2000 die Kooperative Migrationsarbeit in Niedersachsen (KMN), die für alle Personen mit Migrationshintergrund zuständig ist[3]. Der aus dem ehrenamtlichen Engagement entstandene Verein ist seitdem zuständig und Ansprechpartner für die Migrationsarbeit im Landkreis Wesermarsch. Trotz immer wiederkehrender Kürzungen und Hindernisse für die Migrationsarbeit ist es dem Verein gelungen sich als zentraler Akteur im Bereich FSA zu etablieren. Dazu haben neben den Akteuren vor Ort auch die Mitgliedschaft des Vereins beim „Paritätischen Niedersachsen“ und die Verabschiedung von „Nationalen Integrationsplan“ der Bundesregierung im Jahr 2005 beigetragen. Seit der Flüchtlingssituation im Jahr 2015 hat der Verein an Bedeutung gewonnen. Auch die Zunahme von Zuwander*innen aus den osteuropäischen Ländern ist ein wichtiger Aspekt für die Arbeit des Vereins.


2. Aufgaben Refugium Wesermarsch

Neben den Beratungs-Angeboten in Brake und in Nordenham wurden durch die Migrationsberater*innen dezentrale Hilfeleistungen mit Beratungszeiten an weiteren sechs Standorten – mit bei Bedarf aufsuchender Sozialarbeit in allen Kommunen – angeboten. Die Migrationsberatung wird dabei von den anderen Diensten des Trägers unterstützt.

Seit Juli 2015 sind ca. 2.500 Flüchtlinge in den Landkreis Wesermarsch gekommen. Ca. 600 Personen davon sind noch im Asyl(Klage)verfahren (überwiegend aus Afghanistan und aus dem Irak) oder haben eine Duldung und erhalten Leistungen nach dem AsylbLG.

Die Ratsuchenden suchen die Migrationsberatung mit unterschiedlichen Fragen auf. Durch die besondere Lebenslage der oft traumatisierten Geflüchteten ist eine zeitintensivere Beratungsarbeit notwendig. Besonders Fragen bzgl. der Familienzusammenführung, sowohl technisch als auch emotional, die Weiterleitung an Psycholog*innen, die Unterstützung beim Aufbau sozialer Netzwerke und die Erlangung der Fähigkeit, mit einem produktiven Lernhabitus im Integrationskurs Deutsch zu lernen, nehmen hier deutlich mehr Raum ein, als bei den auf anderen Wegen Zugewanderten. Große Unterstützung wird auch bei der Wohnungssuche geleistet, da es leider auch im Landkreis Wesermarsch einen Mangel an bezahlbaren Wohnungen gibt. Nach einem positiv beschiedenen Asylverfahren ist der Umzug in eine andere Wohnung fast immer notwendig und auch gewollt. Es ist eine große Herausforderung einen geeigneten Wohnraum zu finden und die Vermieter*innen davon zu überzeugen, die Wohnung an Migrant*innen zu vermieten. Die stark vermehrte Zuwanderung von Menschen aus Rumänien und Bulgarien in geringfügige Beschäftigungsverhältnisse führt zu einem vermehrten Aufsuchen der Beratung bezüglich aller Anliegen, die mit ergänzendem bzw. aufstockendem Arbeitslosengeld II-Anträgen, Kontakt zum Jobcenter, Unterstützung bei der Wohnungssuche, Zugang zu Krankenversicherung, Kindergeld, Beschulung der Kinder, Kindergartenplätze usw. zu tun haben.

Im Landkreis Wesermarsch gibt es leider nur ein unzureichendes Angebot an Integrationskursen. Die Wartezeiten auf einen Platz im Integrationskurs können bis zu einem Jahr betragen. Es gibt keine Jugendintegrationskurse, keine Intensivkurse, keine Frauenkurse und keine Teilzeit-Integrationskurse für „Minijobber*innen“. Interessierte benötigen Unterstützung, um sich bei einem Kursträger außerhalb des Landkreises anmelden zu können. Hierbei ist natürlich die Frage nach der entsprechenden Verkehrsanbindung / Erreichbarkeit des Kursortes sowie die Übernahme der Fahrtkosten zu klären.

Die Schwerpunkte der Arbeit von Refugium Wesermarsch e.V. sind:

  • Allg. Fragen zum Asyl, Aufenthalt, freiwillige Ausreise, Familienzusammenführung, Arbeitsmarktintegration
  • Allg. leistungsrechtliche Fragen (AsylbLG, SGB II, SGB III, SGB XII usw.)
  • Behördliche oder allg. Schreiben / Post
  • Freizeitgestaltung/Wohnung
  • Zu Bildungsangelegenheiten (z.B. Zeugnisanerkennung, Sprachkurse)
  • Kulturelle/Gesellschaftliche Aspekte (Vereine)
  • Allg. Fördermöglichkeiten (z.B. Bildung und Teilhabe)
  • Gesundheitsangelegenheiten (Arztbesuche mit Sprachmittler*innen)
  • Bei Anerkennung – Übergang zum Jobcenter (Antrag, Erstausstattung, Krankenkasse, Wohnungswechsel etc.)

Die Migrationsberatung kooperiert innerhalb des Trägers eng mit folgenden Beratungsdiensten / Projektstellen:

  • 3 Stellen Migrationsberatung RL Integration Land Niedersachsen
  • 1,6 Stellen Migrationsberatung für Erwachsen –MBE
  • 0,75 Stellen für die Jugendmigrationsberatung – JMD ab August 2020
  • 1 Vollzeitstelle für die Rückkehrberatung im Landkreis Wesermarsch sowie 3 weitere umliegende Landkreise
  • 1 Vollzeit – Netwin3-Projektstelle
  • 3 Teilzeit-Kräfte-Flüchtlingsbetreuung in der Stadt Brake, den Gemeinden Berne und Stadland
  • Honorarkräfte im Bereich der Deutschkurse und Lernförderung für Kinder
  • Wir bieten momentan Sprachmittler*innendienste in 24 Sprachen an
    • Hauptsprachen: Arabisch, Kurdisch, Persisch, Bulgarisch, Rumänisch, Albanisch.
    • fünf hauptamtliche Sprachmittler*innen und 28 ehrenamtliche Sprachmittler*innen bzw. Sprachmittler*innen auf Honorarbasis
    • Unsere Sprachmittler decken den gesamten Landkreis ab

Im Laufe der Jahre ist der Verein Träger verschiedener Migrationsprojekte und Beratungsprogramme geworden. Neben dem Hauptbüro im Brake gibt es ein weiteres in Nordenham. Der Verein hat z.Zt. ca. 100 Mitglieder verschiedener Nationalitäten, die zum Teil ehrenamtlich mitarbeiten. Der Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern. Vielfalt und Offenheit sind wichtige Organisationsprinzipien des Vereins.

Hauptanliegen des Vereins ist es, Zuwandernden Beratung und Unterstützung zu bieten und gleichzeitig durch gute Netzwerkkontakte und Öffentlichkeitsarbeit die Menschen im Landkreis für die Belange der Zuwandernden zu sensibilisieren und sie mit ihnen zu verbinden.


3. Engagement des Refugiums in der Flüchtlingssozialarbeit

Die am Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ orientierte FSA/MSA ist vielfältig und breit gefächert. Im Laufe der Zeit hat sich ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungsangebot entwickelt. Die Ausgestaltung der Angebote orientierte sich stets an den Bedürfnissen der ankommenden Zuwander*innen. Der Verein versucht, zeitnah und flexibel sich verändernden Situationen anzupassen und passgenau Ideen für zu erwartende Bedarfe zu entwickeln. Immer wieder müssen dafür Projektmittel beantragt werden.

Die Wesermarsch als ländliche Flächenregion verfügt nur über ein schwach ausgebildetes Nahverkehrsnetz. Zentrale, allgemeine Angebote (Deutschkursangebote, allgemeine Beratung, soziale Aktivitäten und Angebote zur sinnvollen Freizeitgestaltung) von Ehrenamtlichen, Vereinen und Beratungsstellen sind für dezentral untergebrachte Asylsuchende wegen der langen, kostenintensiven Wegstrecken oft nicht erreichbar. Entscheidend für die Verbesserung der Aufnahmebedingungen im Landkreis war deshalb die Etablierung einer Struktur aufsuchender, dezentraler Begleitungs- und Förderangebote.

Flüchtlingssozialarbeit des Refugiums ist immer an die aktuellen Situation angepasst. Sie wird ständig erweitert und wird neben den hauptamtlichen Kräften auch durch ehren- und nebenamtliche Mitarbeiter*innen getragen. Die Arbeit ist eingebunden in eine gute Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden und den kommunalen Verwaltungen.

offene Angebote, Aktivitäten, Projekte (aktuell)

  • niedrigschwellige Deutschkurse für Frauen oder Männer
  • Angebot offener, wöchentlicher interkultureller Nähtreffs im Refugium.
  • Sie sollen eine Möglichkeit des kulturellen und persönlichen Austausches für Frauen bieten.
  • Hausaufgabenhilfe, Lernförderung
  • Frauentreff, Männertreff
  • Sprachmittler-Einsätze

Wiederkehrende Projekte und Veranstaltungen u.a.:

  • Interkulturelle Freiwilligenagentur
  • Interkulturteller Begegnungsgarten
  • Profil-Pass Seminare für Jugendliche
  • Projekt „Sprachrakete“ für Jugendliche
  • Kindertheater
  • Hip-Hop Kurse für Kinder
  • Fahrradkurse für Frauen
  • PC-Kurse für Frauen
  • Interkulturelle sexualpädagogische Präventionsarbeit
  • Kochabende
  • Integrationslotsenlehrgang
  • Gesundheitswochen
  • Weltfrauentag
  • Interkulturelles Sommerfest
  • Fachtagungen /Aufklärungsarbeit

Fotos: Refugium Wesermarsch e.V.


4. Vernetzung / Qualitätssicherung

Das Refugium ist mit entscheidenden migrationsspezifischen Akteur*innen über den Landkreis hinaus gut vernetzt und arbeitet in den lokal relevanten Arbeitskreisen und Runden Tischen mit. Der Verein ist seit Sommer 2005 Mitglied beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen. Im Rahmen dieser Mitgliedschaft nehmen die Migrationsberater*innen an Tagungen und Fortbildungen des Fachbereiches Migration teil und sind so tagesaktuell mit allen migrations- und asylrelevanten Informationen versorgt. Migrationsberater*innen des Refugiums arbeiten aktiv in dem nach dem „Handlungsprogramm Integration“ der Landesregierung eingerichteten landesweiten Netzwerk der KMN mit.

Der „Runde Tisch Integrationskurse im Landkreis Wesermarsch“ tagt regelmäßig und tauscht Erfahrungen und neueste Entwicklungen rund um die Integrationskurse und Integrationsprojekte aus. Auch hier ist das Refugium mit seinen MBEs vertreten. Das Refugium ist Mitglied im Arbeitskreis „Berufsintegration für junge Geflüchtete“.

Das Refugium kooperiert mit den Sozialämtern des Landkreises Wesermarsch und pflegt enge Kontakte zum Ausländeramt und zu ande­ren Ämtern und Behörden, die für die Migrationssozialarbeit relevant sind. Im Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ergab sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, mit den Trägern der Jugendhilfe und mit den Vormunden. Das Refugium arbeitet ebenfalls im Arbeitskreis Frühe Hilfen beispielsweise bei der Koordinierung von Projekten für junge Geflüchtete mit. Dem Refugium ist es gelungen, einen Jugendmigrationsdienst Wesermarsch im Landkreis zu installieren. Diese vom Bund finanzierte Beratung unterstützt speziell junge Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 12-27 Jahren, insbesondere beim Übergang Schule – Ausbildung. Das Refugium ist verlässlicher Ansprechpartner der Schulen im Landkreis. Das Refugium übernimmt die Aufgabe der Vermittlung zwischen Schule und Eltern. Bei besonderem Bedarf kann hier der Sprach- und Kulturmittler*innendienst des Refugiums genutzt werden.

Vertretend für die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe und der Koordinierungsstelle für Sprachförderung im Landkreis war die Zusammenarbeit mit der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte des Landkreises vertrauensvoll und gut. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit Brake und Nordenham/ dem Jobcenter Wesermarsch trug bei allen Beteiligten zu guten Ergebnissen bei.

Das Refugium ist außerdem Mitglied des „Psychosozialen Arbeitskreises“ in Brake. Hier werden regelmäßig auf kollegialer Ebene Erfahrungen aus unterschiedlichen psychosozialen Arbeitsbereichen ausgetauscht.

Die langjährige Erfahrung, vielfältige Leistung und Vernetzung sind wesentliche Qualitätsmerkmale der Migrationssozialarbeit des Refugiums Wesermarsch.


5. Schlusswort

Die Migrations- und Integrationsarbeit im Refugium Wesermarsch e.V. ist im Landkreis Wesermarsch und  im Land Niedersachsen einmalig und für das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben in der Region längst unersetzlich geworden. Wie oben gezeigt, führt das Refugium seine erfolgreiche Arbeit mittlerweile seit Jahrzehnten durch langfristige und nachhaltige Angebote fort, entwickelt dabei stetig gemeinsam mit den Migrationsberater*innen neue Projekte, Kooperationen und Maßnahmen, durch die auf aktuelle gesellschaftliche Erfordernisse reagiert und in allen gesellschaftlichen Bereichen Anerkennung, Teilhabe und Mitwirkung ermöglichen soll. Als überparteilicher und überkonfes­sioneller Verein mit im Landkreis Wesermarsch einzigartigem Tätigkeitsfeld ─ der interkulturellen Arbeit ─ genießt das Refugium bei der einheimischen Bevölkerung, den relevanten Behörden und bei den Migrant*innen hohes Ansehen. Letzteres auch deshalb, weil viele Mitarbeiter*innen des Refugiums über einen Migrationshintergrund verfügen. So können Hilfesuchende häufig in ihrer Muttersprache angesprochen werden. Das Refugium ist hervorragend sowohl auf regionaler wie auch auf überregionaler Ebene vernetzt.


Sivalingam Sireetharan und Zeliha Aykanat

Dieser Artikel gehört zum Arbeitstisch 5 des Fachtages “Vom Ankommen und Bleiben – Soziale Arbeit mit geflüchteten Menschen zwischen Innovation und Verstetigung” (2021):

Über den Tellerrand geschaut – Flüchtlingssozialarbeit in anderen Bundesländern

Diesen Artikel finden Sie in der Dokumentation des Fachtages:

“Vom Ankommen und Bleiben – Soziale Arbeit mit geflüchteten Menschen zwischen Innovation und Verstetigung” (2021)

Für eine kostenlose Druckversion schreiben Sie an info@lafast-sachsen.net


[1] Zu Beginn des Arbeitskreises Asyl stellte die Kirche die Räume zur Verfügung. Die Mitglieder kümmerten sich um die Belange der Flüchtlinge, gingen mit ihnen zu Behörden, zum Arzt usw. Es wurden Gesprächskreise, in denen Flüchtlinge mit Einheimischen in Kontakt kommen konnten, organisiert. Niedrigschwellige Deutschkurse sowie Näh-Treffs für Frauen waren frühe Angebote.

[2] Da die Flüchtlinge Sozialhilfe erhielten, bestand die Möglichkeit „auf 2 Mark –Basis“ im gemeinnützigen Bereich zu arbeiten. Die Mitarbeitenden erhielten dabei „Deutschlernmöglichkeiten“ und kamen mit Einheimischen in Kontakt.

[3] Im Jahr 2000 wurden die unterschiedlichen Migranten*innendienste in Niedersachsen (Ausländerberatung, Aussiedlerberatung, Flüchtlingssozialarbeit) zusammengelegt.

Online-Fachtag “Vom Ankommen und Bleiben – Soziale Arbeit mit geflüchteten Menschen zwischen Innovation und Verstetigung”
Sivalingam Sireetharan, Migrationsberatung in Brake (Niedersachsen) für Refugium
Zeliha Aykanat, Migrationsberatung in Brake (Niedersachsen) für Refugium Wesermarsch e.V.

Screenshots: LaFaSt


Andere Onlineartikel von Fachtagen lesen